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Die
Hamburger Traditionswerft BLOHM
& VOSS KG
baute erstmalig in der Geschichte als Werftbetrieb ein
Flugzeug-Katapult auf das Deck eines zivilen Schiffes. Es war ein
"Heinkel-Schwenk-Katapult", das auf dem Schornsteindeck
des Passagierschiffes "Europa"
montiert wurde. Jeweils 1.200 km vor der amerikanischen oder europäischen
Küste war man somit in der Lage, speziell ausgerüstete
Flugzeuge von Bord des
Schiffes katapultieren
zu können und somit für den Post- und Frachtverkehr einen
Zeitgewinn von mindestens einem Tag zu erlangen. Diese
Einrichtung war seinerzeit ein technisches Novum.

Der
Trend war
unübersehbar:
Der Überseeluftverkehr war im Kommen. Im
Jahre 1933 faßten die Kommanditisten der Schiffswerft den
Entschluß, sich dem zu der Zeit noch in der Entwicklung stehenden
Industriezweig Flugzeugbau intensiver zu widmen. Man rechnete damit,
daß das Flugzeug im großen Weltverkehr eine erhebliche
Bedeutung erlangen würde.
Gezielt wurde der Kontakt zu Luftfahrtexperten aufgenommen und noch
im gleichen Jahr im Rahmen von Blohm und Voss die „Hamburger Flugzeugbau
GmbH“ gegründet.
Zunächst blieb man
auf dem Gelände der Schiffswerft in Steinwerder und begann
hier mit der Fertigung von Bauteilen der Junkers Ju 52. Durch diese
Beschäftigung war es möglich, einen Stamm von qualifizierten
Mitarbeitern im Flugzeugbau effektiv auszubilden. Bald darauf konnte
der Leiter der technischen Entwicklung, Herr Dr-Ing Richard Vogt
auch eigene Kontruktionen verwirklichen.
In der folgenden Zeit
wurden 2 verschiedene Luftfahrtzweige intensiv verfolgt:
Die Land- und die Seeflugzeuge.
Auf die im Werk Wenzendorf hergestellten Landflugzeuge gehen wir
später ein. Hier zunächst der Blick auf das Wasser und
somit auch nach Finkenwerder.
Schon die vierte eigene
Konstruktion verweist deutlich auf die eigentlichen Wurzeln des
Unternehmens - die Seefahrt. Es wurde ein dreimotoriges Flugboot
(unten im Bild die BV 138) entwickelt, das nach erfolgreicher Erprobung
in einigen hundert Exemplaren gefertigt wurde und damit die erste
Serienfertigung im Hamburger Flugzeugbau begründete.

Die Entwicklung und Fertigung
hochseetüchtiger Flugboote und Wasserflugzeuge war das erklärte
Ziel - damals standen weltweit kaum Landepisten in ausreichender
Zahl und Qualität zur Verfügung, während seegestützte
Flugzeuge praktisch überall auf jeder größeren Wasserfläche
landen und somit auch in die entlegendsten Regionen der Welt vordringen
konnten.
Der zivile Transatlantik-Luftverkehr
war ein weiterer wesentlicher Aspekt. Seinerzeit war ein interkontinentaler
Luftverkehr nur mit Flugzeugen vorstellbar, die im Notfall auch
auf hoher See eine Landung unbeschadet durchführen konnten.
Die Deutsche Lufthansa
begann ihre Vorbereitungen mit der Einrichtung eines regelmäßigen
Postdienstes und arbeitete eng mit der Entwicklungsabteilung des
HFB zusammen. Hierzu wurde die Ha 139 entwickelt, ein katapultstartfähiges
2-Schwimmer-Flugzeug mit vier Junkers Dieselmotoren. Drei Flugzeuge
dieses Typs ("Nordmeer", "Nordwind" und "Nordstern")
wurden gebaut und überquerten den Atlantik zwischen 1937 und
1939 regelmäßig und ohne Zwischenfälle.

Die großen Erfolge
und die hohe Zuverlässigkeit dieses Flugzeuges veranlasste
die Deutsche Lufthansa, die Entwicklung eines großen Flugbootes
in Auftrag zu geben.
Dieses Projekt, die BV
222 war mit 6 Motoren ausgerüstet, denn das Startgewicht betrug
ca. 45 Tonnen. Sie war für ca. 25 Fluggäste ausgelegt,
die bequem und luxuriös die mehr als 24 Stunden andauernde
Überquerung des Altantiks genießen sollten.
Die Fertigstellung dieses
großen Flugbootes erfolgte jedoch erst während des Krieges
im Jahre1940, so daß die BV 222 ihre friedlichen Fähigkeiten
leider nicht mehr unter Beweis stellen konnte. Es wurden schließlich
nur 10 Exemplare gebaut, die als Transporter und Fernaufklärer
ihren Dienst absolvierten.

Die guten Erfahrungen
mit dieser Konstruktion veranlasste das Reichsluftfahrtministerium,
ein noch größeres Flugboot - die BV 238 - in Auftrag
zu geben. Es entstand das damals weltweit größte Flugzeug
mit ebenfalls 6 Motoren, jedoch mit einer Gesamtleistung von ca
14.500 PS, um die nötige Kraft für das Abfluggewicht von
über 90 Tonnen zu erzeugen.
Dieses Großflugboot
wurde in den letzten Kriegsjahren fertiggestellt und konnte in der
Erprobungsphase seine Flugtauglichkeit bestens unter Beweis stellen.
Die Testflüge wurden stets bei schlechtem Wetter durchgeführt,
damit der schwerfällige Flieger nicht zur leichten Beute bei
plötzlichen Angriffen werden konnte. Später wurde die
Erprobung östlich Hamburgs auf die Fläche des Schalsees
verlagert.
Hier fiel die BV 238
schließlich dennoch gegnerischen Fliegern zum Opfer und wurde
vollständig zerstört.


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