Der Flugzeugbau in Hamburg


Die Herstellung dieser immer größer werdenden Flugzeuge konnte indes nicht mehr nur auf dem Werftgelände in Steinwerder erfolgen. Zwar wurden für die Komponentenfertigungen im Hafengebiet immer weitere Hallen errichtet oder angemietet, es mußte jedoch eine neue Produktionsstätte gefunden werden, an der man die Herstellung bündeln und gleichzeitig die Flugversuche starten konnte.

Die große Wasserfläche am Zusammenfluß der Süderelbe und der Norderelbe am "Mühlenberger Loch" gegenüber von Blankenese sowie die Verfügbarkeit von großen Freiflächen führte zum Erwerb des Geländes auf Finkenwerder (an der noch heute die Airbusproduktion stattfindet).


Diese Fläche wurde befestigt, ein Hafenbecken wurde ausgebaggert, Konstruktionsbüros, Lagerhallen und 2 große Fertigungshallen wurden errichtet - die Produktionsstätte für die Flugboote war bereit. Die Endmontage und Wartung der Großflugboote konnte nun einhergehen mit dem "Einflug".

Die Kriegslage veränderte sich jedoch immer mehr zu ungunsten Deutschlands, die Anzahl der alliierten Bombenangriffe nahm zu und hinterließ deutliche Spuren. Zum einen wurden immer mehr Produktionsplätze und Wohnungen der Mitarbeiter durch die Angriffe zerstört, zum Anderen lag der Bedarf an Abfangjägern nun klar im Vordergrund - die Herstellung der Flugboote kam daher schließlich zum Erliegen. Das Werk in Finkenwerder wurde jedoch kaum beschädigt, da es kein primäres Angriffsziel darstellte. Wie auf dem unteren Bild zu erkennen ist, wurde bei den Angriffen mehr das Landflugfeld verwüstet, als daß schwere Treffer die Hallen zerstörten.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Besetzung der Hallenanlagen richteten die britischen Besatzungsmächte auf Finkenwerder eine Reparaturstätte für LKW und Panzer ein. Alles, was nicht benötigt wurde, kam auf den Schrott, brauchbare Technik und Einrichtung wurde im Rahmen des Morgenthau-Planes später demontiert. An eine erneute Aufnahme der Herstellung von Flugzeugen war ohnehin nicht zu denken. Der Flugbetrieb war nun den Alliierten überlassen, die alle Hände voll zu tun hatten, die ausgebombte Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen.

Besonders schlimm traf es die Stadt Berlin im Jahre 1948, als die sowjetische Besatzungsmacht durch die Blockade des westlichen Teils die Bevölkerung von der Versorgung durch den Westen abschnitt und somit versuchte, die übrigen Besatzungsmächte in deren Deutschlandpolitik zu schwächen.

In dieser Zeit war es die Luftbrücke mit der es gelang, rund 1,5 Millionen Tonnen lebenswichtiger Güter nach Berlin zu schaffen. In diesem Rahmen starteten vereinzelt auch Sunderland-Flugboote (siehe Foto unten) mit lebenswichtiger Fracht an Bord von Finkenwerder aus und landeten auf dem Wannsee.

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