Der HANSA JET "von oben" auf Satellitenfotos


Dank Google-Maps* konnten wir uns auf die weltweite Suche nach den verbliebenen HANSA JET machen. Google bietet einen phantastischen Service an - die Darstellung der Oberfläche unseres Planeten mit stark detaillierten Satellitenaufnahmen. Was liegt für uns näher als einmal zu schauen, ob man nicht irgendwo auf der Welt auch vorgepfeilte Flügel entdecken kann.

Die Google-Männer waren in der letzten Zeit einmal wieder fleißig! Nachdem anfangs noch nicht alle für uns relevanten Regionen detailliert dargestellt waren, sind nun die beiden HANSA JET WN 1022 und WN1026 neu hinzugekommen. Auch Swanton/Ohio - USA ist nun detailliert abgebildet und ermöglicht uns somit den Blick auf drei weitere HANSA JET, die inzwischen jedoch schon nicht mehr existieren.

Letzte Neuzugänge: anderthalb HANSA JET in Louisville/USA. Es handelt sich um die WN 1052, zu diesem Zeitpunkt schon dem Kentucky College gehörend und einer um ihre Flügel beraubten EX-Pelican Frachtmaschine. Grand Aire hatte hier einen weiteren Stützpunkt und war auch hier am "Sammeln" von Ersatzteilen. Ebenfalls existieren nun Aufnahmen der WN 1040 in der Mojave-Wüste und der WN 1046 und WN 1047 in Libyen.

Nun fehlt eigentlich nur noch eine gute Aufnahme aus Columbien, wo die WN 1057 im Dschungel steht.

Also, weiterhin abwarten, irgendwann werden wir bis in den letzten Winkel der Welt alles "von oben" aus betrachten können.

*Google-Maps™-Kartenservice und Google-Earth™-Kartenservice sind Marken von Google Inc.
Alle verlinkten bzw. als Bilddatei dargestellten Aufnahmen sind Eigentum von Google Inc.


Die 1021 S1 in Hamburg-Finkenwerder - inzwischen steht sie mit ihren benachbarten Exoten am Deich vor einer der A380 Hallen, nachdem sie liebevoll restauriert wurde.


Die 1025 S5 noch in Manching - von hier aus diente sie über 20 Jahre an der Erprobungsstelle der Bundeswehr, bevor 1987 die bisher letzte Landung erfolgte. Anschließend war sie abwechselnd im Aussenbereich und in einer Halle untergebracht. Heute steht sie in Hamburg und wird so schnell wohl noch nicht aus dem Weltraum zu sehen sein...


Die 1048 S28 (16+06), links auf der Startbahn - durch ihre Tarnung ist sie nur schwer zu erkennen (irgendwie auch Sinn einer Tarnung...) und rechts unten im Bild die 1063 S43 (16+26) in Berlin Gatow - eine ältere Gesamtdarstellung über Google Earth...


In dieser aktuelleren Aufnahme ist die 1063 S43 (16+26) deutlich besser zu erkennen. Sehr schade, daß die einzige erhaltene ECM-Version unter freiem Himmel schutzlos herumsteht


...und auch die 1048 S28 (16+06) steht nun in Reih und Glied mit anderen Fliegern - im Regen! Immerhin, die einzige VIP-Maschine, die in ihrer originalen Konfiguration überlebt hat.


In Hannover/Laatzen ausgestellt ist die WN 1026 S06, nachdem sie der Museumsbetreiber ersteigert hatte. Vormals gehörte auch sie dem Eigentümer des türkischen HANSA JET.


In Finow stand bis vor kurzem noch die 1022 S02, umgeben von Fluggeräten der ehemaligen NVA. Dieses Exemplar hat durch Witterungseinflüsse jedoch besonders stark gelitten. Nun ist sie auf dem Landweg nach Berlin transportiert worden, um dort an anderer Stelle in restauriertem Zustand wieder ausgestellt werden zu können. Sie ist die drittälteste noch existente HFB 320.


Die verbleibenden HFB 320 HANSA JET im Ausland


Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg: Es sind in weiteren Ländern HANSA JET erhalten - Tendenz jedoch sinkend! Neben den libyschen Maschinen und den Resten der WN 1040 in El Mirage sind es noch die letzten Zeugen der "Grand Aire" - Flotte sowie die in Paris ausgestellte WN 1024 und die WN 1043 in Istanbul. Aber schauen Sie selbst:


Die 1024 S4 in Le Bourget - Paris. Sie ist die direkte Schwester unserer WN 1025 und diente ebenfalls in der Erprobunsstelle der Bundeswehr in Manching. Ihr Weg führte dann im Jahre 1987 nach der Ausserdienststellung nach Frankreich, wo sie bis heute zu besichtigen ist.


Und hier in Istanbul: die 1043 S23. So stand sie da, als sie noch flugfähig war und es in greifbarer Nähe erschien, diese Maschine nach Hamburg holen zu können. Eine lange Geschichte, die an anderer Stelle erzählt wird.


In Swanton/Ohio liegt der Flughafen "Toledo Express". Hier befand sich die Basis der inzwischen liquidierten Firma Grand Aire und hier waren auch die WN 1039 (mit den hellen Flügeln) und die 1053 zu sehen. Die WN 1039 ist inzwischen in Bowling Green/Ohio im See versenkt - die WN 1053 ist vor kurzem versteigert und zerlegt worden..


Etwas weiter östlich stand die WN 1041 - sie gehörte der Flughafen-Feuerwehr und diente bei der Bergungsübung. Zum Glück übte man an ihr nicht auch noch das Löschen von Feuer. Die Maschine gehörte eigentlich in ein Museum, doch sie wurde an einen Schrotthändler verkauft - Schicksal ungewiss. Sie war die einzig erhaltene Maschine in ziviler Ausführung auf dem amerikanischen Kontinent.


In Libyen stehen die WN 1046 und WN 1047 - mittlerweile unter freiem Himmel. Bis vor kurzem waren sie noch in einer Halle abgestellt. Aber da nun keine Ersatzteile mehr vorhanden sind, ist die fliegerische Karriere dieser beiden Exemplare besiegelt.


Man muss schon ein Auge für die Form des HANSA JET haben, vor allem dann, wenn die Flügel fehlen. Hier in der Mojave-Wüste parkt seit geraumer Zeit die WN 1040. Was auf diesem Gelände alles geparkt ist, kann man sich kaum vorstellen. Hier lagern unter anderem auch Flugzeuge und -teile, die für Filmaufnahmen genutzt werden.


Und hier, in Louisville steht die WN 1052 neben einem bisher nicht identifizierten HANSA JET, der vormals der PELICAN EXPRESS gehörte. Hier fehlen bereits die Flügel. Wir vermuten, daß es sich hier um einen der verschiedenen Flieger handelt, der seitens Grand Aire als Ersatzteilträger übernommen wurde, nachdem PELICAN den Betrieb einstellte.


 
Giese

Und wer selbst einmal suchen möchte, der darf es hier probieren

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